Die alte Schmiede in Glaisin

 

Die älteren Einwohner Glaisins kennen sie alle noch – die alte Schmiede auf dem Laasen.

Der Häusler- Laasen ist die Straße in Richtung Bresegard - beginnend mit der alten Molkerei und dort das letzte Haus , die Häuslerei 28.

Der letzte Schmied Willy Prange pflegte dieses Handwerk noch in den 50. und 60. Jahren des letzten Jahrhunderts. Später zog  die MTS (Motoren- und Traktoren- Station) ein und das Ende kam durch die LPG-Schmiede im Dorf.

 Schon der Großvater Rudolf  und sein Vater Arthur pflegten dieses Handwerk. Ursprünglich stammten Pranges aus Zachun. Die Großmutter, eine geborene Simon aus Schweden, wanderte nach Mecklenburg ein. Noch heute leben Nachkommen der Simons in Südschweden.

Pranges versorgten das Dorf mit ihren handwerklichen Leistungen, die jeder Einwohner benötigte. Die Bauern, Büdner und Häusler, die einen Wagen mit eiserne Räder hatten, kamen ohne den Dorfschmied nicht aus. In Zusammenarbeit mit dem Stellmacher fertigten beide diese Holzräder mit Eisenreifen. Vor allen dingen der Hufbeschlag der Pferde war  sicherlich ein lohnendes Geschäft, dass schwere körperlich Arbeit voraussetzte, um die Familie zu ernähren. Auch kleinere Dienstleistungen an Eisengegenständen wie Beschläge an Türen oder das Anfertigen von Nägeln konnte zu damaliger Zeit nur der Dorfschmied ausführen .

Aus vergangenen Tagen erinnern auch noch ein Kontobuch von Schmiedemeister Rudolf Prange, in dem er mit Gründlichkeit jede ausgeführte Arbeit aufschrieb.

Ein Foto mit Arthur Prange - als Schüler an der Mecklenburgischen Hufbeschlag-Lehranstalt in Rostock im Jahre 1909, die er mit Auszeichnung abschloss. Der Leitspruch dieser Anstalt lautete: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, schuf auch die Eisenmänner. Drum segne er auch überdies den Amboss und die Hämmer.“ Die Prüfungsurkunde von 1909 und ein Ehrendiplom vom Rostocker Tierschutzverein von 1910 für seinen Hufbeschlag.

Ein Foto mit Willy Prange aus dem Jahre 1954, der ebenfalls diese Schule besuchte mit gute Ergebnis.

Alle Urkunden, Bilder und Schmiedezangen konnten der Interessierte dieses Handwerk in einer Ausstellung mit dem Titel „ Schlüssel, Schlösser und Beschläge – Schmiedehandwerk in Mecklenburg“ in diesem Sommer im Volkskundemuseum in Schwerin – Mueß sehen.

Über 25000 Besucher wollten diese Dokumentation eines alten Handwerks sehen.

Nun wohnt Tochter Elke Westphal mit ihrem Mann Peter in dem Wohnhaus .

Die alte Schiede, im Nebengebäude, ist noch da mit dem Schmiedefeuer, die alte Bohrmaschine mit Hand- und Fußantrieb sowie die Eisenbereifung -Biegevorrichtung sind auch noch erhalten. Sogar der alte Schleifstein, der wohl vielen Gegenständen zu Schärfe verhalf und so manche Geschichte erzählen würde, wenn er dies könnte.

Schmieden waren wie überall nicht nur  Stätte harter körperliche Arbeit - sondern auch ein wichtiges Kommunikationszentrum im Dorf ,das heute oft fehlt.